Irsee, 27.04.2026 (lifePR) – „Ich habe den Teufel gesehen“, so beschreibt Erich Paulicke seine Aufenthalte in verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten – in Rotenburg, Günzburg, Kaufbeuren und vor allem den in der ehemaligen Anstalt Irsee, in der er von Januar 1945 bis Juni 1947 untergebracht war. Hier gehörte er zu denjenigen, die „E-Kost“ erhielten, eine extrem kalorienarme Hungerkost. Sie wurde Patientinnen und Patienten mit dem Ziel verabreicht, sie zu töten. Doch Erich Paulicke überlebte.

Seine traumatischen Erfahrungen wurden lange nicht wahr- oder ernstgenommen. „Das ist doch jetzt vorbei“, hörte er nicht nur einmal. Erst in den 1980er-Jahren erhielt er in der Bildnerischen Werkstatt der Rotenburger Werke der Inneren Mission die Chance, sich ihnen zu stellen: Erich Paulicke beginnt zu malen, gestaltet Reliefs und Skulpturen.

Charakteristisch ist die impulsive, farbenfrohe und ausdrucksstarke Pinselführung. Ein immer wiederkehrendes Motiv in Paulickes Arbeiten ist der Teufel – lang, schmal, gehörnt und oft in krassem Rot. Der Künstler hat beim Erstellen seiner Arbeiten oft gelacht, ein befreites Siegerlachen: Erich Paulicke hat den Teufel bei den Hörnern gepackt und ihn besiegt. Er hat überlebt.

Zwischen seinem 100. Geburtstag und 20. Todestag ist eine Auswahl des malerischen wie plastischen Werks von Erich Paulicke (1926 – 2007) im Rahmen der Ausstellungsreihe „Irseer Kabinett-Stücke“ in Kloster Irsee ausgestellt.

Vernissage: Samstag, 9. Mai, 17.00 Uhr, vor dem Kapitelsaal von Kloster Irsee. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2027 im Konventgebäude von Kloster Irsee öffentlich zugänglich. Der Eintritt ist frei. Über Schließzeiten des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee informiert die Rezeption (Mail: rezeption@kloster-irsee.de; Tel. 08341 / 906-00).

Katalogblatt, Namensflyer und Foto-Impressionen:
Irseer Kabinettstücke – Kloster Irsee