Der Sommer lädt dazu ein, zwischendurch abzutauchen – in Romane, die mit Atmosphäre, Spannung und Gefühl erzählen. Diese fünf Bücher führen an die Küsten der Nordsee, in Weinberge, in historische Zeiten und in stille Momente des Neubeginns. Unterschiedlich im Ton, aber alle mit Tiefe und gutem Erzählfluss: Lesestoff für Tage, an denen man eine Pause vom Alltag sucht – im Schatten, am Strand oder einfach dort, wo ein Buch gerade gut passt.
Familiengeheimnisse, starke Frauen und ein Neubeginn
Mit ihrem neusten Werk „Morgen blüht die Wilde Malve“ eröffnet Patricia Koelle ihre neue Reihe Wildblumen-Träume. Im Mittelpunkt steht Johanna Himmel, die sich aus der Welt zurückgezogen hat und Trost in den Wildblumen findet. Erst die unerwartete Begegnung mit einem ihr unbekannten Teil der Familie bringt sie wieder in Bewegung: von den salzigen Wiesen der Wesermarsch bis zum Künstlerort Ahrenshoop an der Ostsee.

Dort stößt Johanna auf ein altes Herbarium, das die Spuren einer Ahnenreihe mutiger Frauen bewahrt. Frauen, die sich im 19. Jahrhundert für Rechte und Selbstbestimmung eingesetzt haben – und deren geheime Botschaften bis in die Gegenwart reichen. Zwischen Dünen, Wind und wilden Blumen entsteht ein stiller Dialog über Stärke, Vertrauen und den Mut, neu anzufangen.
Warum lesen: Weil dieser Roman zeigt, wie heilsam es sein kann, wenn Vergangenheit und Gegenwart sich berühren. Patricia Koelle erzählt mit feinem Gespür für Natur, Atmosphäre und leise Emotionen. „Morgen blüht die Wilde Malve“ ist ein Wohlfühlbuch über weibliche Kraft, Familiengeheimnisse und die Frage, wie man seinen Platz im Leben wiederfindet.
„Morgen blüht die Wilde Malve“ von Patricia Koelle ist bei den Fischerverlagen erschienen.
Ein Rheinhessenkrimi zwischen Reben, Rivalen und alten Geheimnissen
Mit „Winzermord“ setzt Andreas Wagner seine beliebte Rheinhessen-Reihe fort und führt erneut mitten hinein in die Welt der Weinberge, in der Tradition, Konkurrenz und Dorfgeschichten eng miteinander verwoben sind. Während im Selztal die Weinlese auf Hochtouren läuft, verunglückt ein Winzer im berüchtigten Teufelspfad tödlich. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, bekommt schnell Risse: In den Reben häufen sich rätselhafte Zwischenfälle, Trauben verschwinden, und selbst ein harmloser Tanztee endet im Chaos.

Hobbyermittler Kurt-Otto Hattemer, der das Dorfleben kennt wie kaum ein anderer, stößt bald auf die Spuren einer jahrzehntealten Tragödie, die plötzlich wieder gefährlich lebendig wird. Zwischen reifen Trauben, rivalisierenden Kollegen und weinseligen Festen versucht er herauszufinden, wer es auf die Winzer im Ort abgesehen hat – und warum die Wahrheit im Schatten der Weinberge so hartnäckig verborgen bleibt.
Warum lesen: Weil dieser Krimi zeigt, wie atmosphärisch und spannend Rheinhessen sein kann. Andreas Wagner, selbst Winzer und Historiker, erzählt mit Witz, regionalem Flair und einem feinen Gespür für Dorfcharaktere. „Winzermord“ ist ein unterhaltsamer, pointierter Kriminalroman, der Weinberge, Intrigen und Lokalkolorit zu einer stimmigen Mischung verbindet – auch unabhängig von den vorherigen Bänden bestens lesbar.
„Winzermord“ von Andreas Wagner ist bei Emons erschienen.
Krimiauftakt mit Tempo, Tiefgang und Küstenflair
Mit „Sommerfeldt Solo – Der Auftrag“ startet Klaus-Peter Wolf eine neue Trilogie rund um Dr. Bernhard Sommerfeldt und liefert damit die perfekte Urlaubslektüre vor der Kulisse des ostfriesischen Wattenmeeres.
Die Ereignisse auf Borkum haben Sommerfeldt tief erschüttert, nun ist für ihn der Moment gekommen, gegen das organisierte Verbrechen in Ostfriesland und auf den Inseln vorzugehen. Doch der neue Gangsterboss, den alle nur den „Brasilianer“ nennen, agiert klug und skrupellos. Für Sommerfeldt bedeutet das: Er braucht einen Plan – und einen Verbündeten.

Diesen findet er ausgerechnet in Hauptkommissar Rupert. Die beiden verfolgen plötzlich ein gemeinsames Ziel, auch wenn sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Zwischen Dorfgerüchten und kriminellen Netzwerken entwickelt sich ein Fall, der Sommerfeldt herausfordert und zugleich seine unverwechselbare Mischung aus schwarzem Humor und scharfem Blick für Menschen zeigt.
Warum lesen: Weil dieser Auftakt zeigt, warum Klaus-Peter Wolf seit Jahren zu den beliebtesten Krimiautoren Deutschlands gehört. „Sommerfeldt Solo – Der Auftrag“ verbindet Tempo, Witz und atmosphärische Küstenmomente zu einem unterhaltsamen, pointierten Krimi, der bis zur letzten Seite trägt. Ein eigenständiger Serienstart, der Lust macht auf die nächsten Bände – und bestens funktioniert, auch wenn man Sommerfeldt zum ersten Mal begegnet.
„Sommerfeldt Solo – Der Auftrag“ von Klaus-Peter Wolf ist bei den Fischerverlagen erschienen.
Ein Seebad im Wandel und eine ungewöhnliche Freundschaft
Mit „Das Seebad am Nordseestrand“ erzählt Regine Kölpin eine Geschichte, die mitten im 19. Jahrhundert beginnt – zu einer Zeit, in der Wangerooge noch ein einfaches Seebad ist und große Pläne schnell auf Widerstand stoßen. Bernhardine Westing, deren Mann zum Badekommissar ernannt wird, will aus dem kleinen Ort einen Platz mit Glanz und Ansehen machen. Ihr Ehrgeiz ist groß, ihr Vorgehen kompromisslos – und nicht jeder Insulaner ist bereit, diesen Wandel mitzutragen.

Beeke Tammen, eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen, findet in Bernhardines Küche zunächst nur Arbeit. Doch bald wird daraus eine Berufung, und zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen entsteht eine Nähe, die sie durch die Herausforderungen ihrer Zeit trägt. Als Intrigen, Missgunst und gesellschaftliche Zwänge ihre aufblühende Freundschaft bedrohen, müssen Bernhardine und Beeke entscheiden, wie viel sie bereit sind zu riskieren, um ihren Traum vom Seebad Wirklichkeit werden zu lassen.
Warum lesen: Weil dieser Roman zeigt, wie zwei ganz unterschiedliche Frauen gemeinsam etwas schaffen, das größer ist als sie selbst. Regine Kölpin verbindet historische Atmosphäre, starke Figuren und norddeutsches Flair zu einer warmen, lebendigen Erzählung über Mut, Wandel und die Kraft weiblicher Entschlossenheit.
„Das Seebad am Nordseestrand“ von Regine Kölpin ist bei Piper erschienen.
Ein Weinkrimi über alte Feindschaften und neue Bedrohungen
In „Verbrannte Reben“ führt Paul Grote erneut mitten hinein in die Welt der Pfälzer Weinberge, in der Tradition, Familiengeschichte und Rivalitäten eng miteinander verwoben sind. Was mit einem Einbruch in die Galerie von Verena Achenbach beginnt, entwickelt sich rasch zu einer Serie gezielter Angriffe auf die Winzerfamilie: Das Leittier der Schafherde wird verletzt, die Bewässerungsanlage sabotiert, und weitere Anschläge folgen. Für Philipp Achenbach und seine Familie ist klar: Hier geht es längst nicht mehr um Zufälle.

Während Sohn Thomas und sein Kompagnon Manuel versuchen, das Weingut auf den Klimawandel vorzubereiten, verdichten sich die Hinweise auf eine späte Rache – oder auf etwas Größeres, das weit über die Grenzen des Selztals hinausreicht. Zwischen Reben, Dorfgerüchten und alten Wunden entwickelt sich ein Krimi, der die Frage stellt, wie weit Menschen gehen, wenn Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen.
Warum lesen: Weil Paul Grote wie kaum ein anderer die Atmosphäre europäischer Weinbaugebiete einfängt. „Verbrannte Reben“ verbindet Spannung, fundiertes Weinwissen und präzise Figurenbeobachtung zu einem Krimi, der nah am Leben erzählt ist. Ein packender Fall über Schuld, Verletzungen und die Frage, was ein Familienbetrieb aushalten kann, bevor er bricht.
„Verbrannte Reben“ von Paul Grote ist bei dtv erschienen.