Heidesee OT Gräbendorf, 12.08.2026 (lifePR) – Eine Woche die Sorgen vergessen, die Natur genießen und Deutsch lernen: Das war das Ziel des Camps, das Anfang August im KiEZ Hölzerner See stattfand. Insgesamt reisten 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren mit ihrer Leiterin Alina Rybakova, einer ukrainischen Deutschlehrerin, aus Odesa (Anmerkung: Aus Repekt haben wir uns für die ukrainische Schreibweise mit einem "s" entschieden) in das Kinder- und Jugenderholungszentrum in Gräbendorf.

Ermöglicht wurde das Camp durch eine Kooperation des KiEZ Hölzerner See und dem ukrainischen Verein Zhraya (Übersetzung: Rudel). Es war nun schon das zweite Mal, dass das Camp zustande kam – dieses Jahr vor allem auch dank großzügiger Spenden, die auf GoFundMe gesammelt wurden. Die Unterbringung und Verpflegung übernahm das KiEZ Hölzerner See komplett.

Alina ist tief mit dem KiEZ und seinen Mitarbeitenden verbunden. 2019/2020 – also mitten in der Corona-Pandemie – absolvierte sie ein Freiwilliges Europäisches Jahr im KiEZ.

„Damals hatten wir zwei Monate kaum Gäste“, erinnert sie sich. Trotzdem schätzt sie die Erfahrung noch heute – und vor allem die Menschen, die sie während dieser Zeit kennengelernt hat.

„Sie waren immer eine große Unterstützung. Als der Krieg anfing, haben sie mir geschrieben, mich gefragt, ob es mir gut geht.“

Nach ihrem Freiwilligen Jahr half sie, das Deutsch-Polnische-Camp mitzuorganisieren, aus dem später das Deutsch-Polnische-Ukrainische-Camp wurde.

Beruflich ist sie als Deutschlehrerin an einer Schule in Odesa tätig – auch in dem Verein Zhraya unterrichtet sie Deutsch. Dadurch kennt sie die Kinder und Jugendlichen, die sie dieses Jahr in das KiEZ begleitet haben, auch alle persönlich. Sie ist sichtbar stolz darauf, wie sie sich während des Camps entwickeln und selbstbewusster werden.

„Durch Corona und den Krieg fand ihr Leben komplett online statt, wodurch sie soziale Fähigkeiten verloren haben“, sagt Alina. „Auch jetzt fällt durch die Angriffe immer wieder Unterricht aus. Im KiEZ sind sie offline und man sieht, wie gut ihnen es tut. Sie trauen sich, die Leute auf Deutsch anzusprechen und beginnen von selbst Gespräche.“

Dabei helfen auch verschiedene Challenges wie „lerne zehn neue deutsche Wörter kennen“ oder „sprich heute mit zwei Muttersprachlern“.

„Es ist wichtig, eine Sprache nicht nur durch Bücher zu lernen, sondern mit den Menschen zu sprechen“, erklärt die Campleiterin.

Das KiEZ Hölzerner See bietet dafür die besten Voraussetzungen. Hier konnten die ukrainischen Kinder und Jugendlichen nicht nur mit Kolleg*innen des KiEZes sprechen, sondern auch mit Gleichaltrigen, denn gleichzeitig fanden noch weitere Feriencamps statt.

Alina hofft sehr, dass sie ihr Camp auch nächstes Jahr durchführen kann. Denn für die Kinder ist es ein Erlebnis, das ihnen Stärke und Mut gibt.

„Die Kinder und ich sind einfach unglaublich dankbar für diese Erfahrung – dem Team, das uns aufgenommen hat und natürlich allen, die dafür gespendet und das Camp möglich gemacht haben. Für die Kinder war das viel mehr als nur eine Woche Ferien. Es war wirklich eine Woche ohne Krieg, in der sie einfach Kinder sein konnten. Eine Woche, in der Flugzeuge nicht mit Angst verbunden waren, sondern mit etwas Schönem – mit Reisen, neuen Erlebnissen und Freiheit.

Es war wirklich etwas ganz Besonderes und für uns kaum in Worte zu fassen.“