Bernkastel-Kues, 16.09.2026 (lifePR) – Rund 120 Gäste aus Ehrenamt, Politik, Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Verwaltung nahmen am 1. September 2026 am KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz im Weingut Raddeck in Nierstein teil. Im Mittelpunkt standen der Austausch über die Digitalisierung und die Zukunft des kulturellen Erbes des Landes sowie seiner Kulturlandschaften im Online-Portal www.kuladig.de. Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung von acht Kommunen und Initiativen als KuLaDig-Kommunen. Bernkastel-Kues wurde für das Projekt „Spuren des Universalgelehrten Nikolaus von Kues in Bernkastel-Kues“ ausgezeichnet.

„Mit dem KuLaDig-Projekt machen wir den Lebensweg des Nikolaus von Kues dort erlebbar, wo er stattgefunden hat – an den historischen Orten unserer Stadt. Moderne digitale Angebote eröffnen dabei neue Zugänge zu unserer Geschichte und machen sie für Gäste und Einheimische gleichermaßen anschaulich.“ Mit diesen Worten beschreibt Jörg Lautwein, Geschäftsführer Tourismus Bernkastel-Kues, die Bedeutung des KuLaDig-Projekts für Bernkastel-Kues.

KuLaDig-Projekt macht Cusanus’ Lebensweg digital erlebbar

Die Stadt Bernkastel-Kues wurde im Rahmen des Förderprojekts „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz als eine von sechs Modellregionen ausgewählt. Unter dem Jahresschwerpunkt „Lebenswege der Geschichte – eine biografische Spurensuche“ widmet sich das Projekt dem Leben und Wirken von Nikolaus von Kues, der 1401 in Kues geboren wurde und als Cusanus zu den bedeutenden Persönlichkeiten des europäischen Mittelalters zählt. Er war Philosoph, Theologe, Kirchenpolitiker und einer der ersten deutschen Humanisten.

Herzstück des Projekts ist die digitale Erweiterung des bestehenden Cusanus-Wanderwegs. Der rund 3,5 Kilometer lange Rundweg führt in einer Gehzeit von etwa zweieinhalb Stunden zu wichtigen Stationen im Leben des berühmten Sohnes der Stadt. Dazu gehören unter anderem das Cusanus-Geburtshaus, in dem sich heute das Museum befindet, die St.-Brixius-Kirche, in der Cusanus und seine Geschwister getauft wurden, sowie das von ihm gegründete St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift mit seiner bedeutenden Bibliothek. Auch weitere Orte, die mit seiner Familie, seinem Wirken und dem historischen Stadtbild von Kues verbunden sind, werden in die biografische Spurensuche einbezogen.

Künftig wird der Cusanusweg durch digitale Inhalte wie Filme, Audiobeiträge sowie QR-Codes ergänzt. Besucherinnen und Besucher können dadurch direkt an den jeweiligen Stationen zusätzliche Informationen abrufen und historische Zusammenhänge unmittelbar nachvollziehen. Stimmen, Bilder und multimediale Beiträge sollen die Persönlichkeit des Cusanus, seine Zeit und die Entwicklung der Stadt anschaulich vermitteln. Geschichte wird so nicht nur gelesen, sondern direkt am Originalschauplatz erlebt – individuell, niedrigschwellig und unabhängig von einer klassischen Führung.

Das Projekt verbindet die historischen Zeugnisse der Stadt mit den Möglichkeiten moderner digitaler Vermittlung. Ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes von Bernkastel-Kues wird dauerhaft dokumentiert, zeitgemäß aufbereitet und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht. Davon profitieren sowohl Gäste wie Einheimische, Familien und Schulklassen ebenso wie kulturhistorisch interessierte Besucherinnen und Besucher.

Jörg Lautwein bedankte sich bei den beteiligten Akteuren – darunter dem St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, dem Geburtshaus und der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte – für ihre engagierte Mitarbeit an dem Projekt. Zum Abschluss erklärte er: „Kulturerbe und Digitalisierung bilden eine Einheit. Ich bin dankbar und auch ein wenig stolz, dass wir mit unserem Projekt dazu beitragen können, das kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz für kommende Generationen zu bewahren und neu erfahrbar zu machen.“

Staatssekretärin Vanessa Fischer vom Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur Rheinland-Pfalz sowie der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), Prof. Dr. Hannes Kopf, würdigten das Engagement der ausgezeichneten Kommunen und Initiativen.

Über KuLaDig

KuLaDig steht für Kultur.Landschaft.Digital (www.kuladig.de). Das Projekt unterstützt dabei, das kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz digital zu dokumentieren und für die Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Das KuLaDig-Kompetenzzentrum der SGD Süd begleitet Kommunen, Ehrenamtliche und weitere Akteurinnen und Akteure bei der Umsetzung entsprechender Projekte. KuLaDig stammt ursprünglich vom Landschaftsverband Rheinland in Nordrhein-Westfalen. Rheinland-Pfalz beteiligt sich als Lizenznehmer an dem Portal und bringt eigene Projekte und Inhalte ein.