Borkum – Durchatmen zwischen Dünen und Watt

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Kurz nach Sonnenaufgang ist der breite Strand vor dem Musikpavillon noch fast menschenleer. Ein einsamer Nordic Walker stakst durch den tiefen Sand, wenig weiter spaziert ein Pärchen Hand in Hand barfuß durch die Brandung und genießt die frische Meeresluft. Drüben auf der Seehundbank räkelt sich ein Dutzend Robben, daneben haben es sich einige Eiderenten gemütlich gemacht. Endlich blitzen die ersten Sonnenstrahlen über die Gründerzeitgebäude am Nordende der Promenade und tauchen die bunten Strandkörbe in sanftes Licht. Ein neuer Sommertag auf Borkum beginnt.

Gesundes Klima für den Aktivurlaub

Borkum – die westlichste der Ostfriesischen Inseln – liegt rund 30 Kilometer vor der Küste und bietet ein natürliches Hochseeklima. Der starke Wind, die salzhaltige Luft und die Sonneneinstrahlung regen die Abwehrkräfte an, bereits ein gemütlicher Spaziergang in der Brandungszone ähnelt einer Dauerinhalation.

Auf 130 Kilometern Rad-, Wander- und Reitwegen lässt sich das zehn Kilometer lange und sieben Kilometer breite Eiland mit seiner abwechslungsreichen Landschaft aus Dünen, Wäldern und Salzwiesen am besten aktiv erkunden. An einigen der feinsandigen Strände Borkums locken zudem Aktivitäten wie Stand-Up-Paddling und Beachvolleyball, Wind- und Kitesurfen oder Strandsegeln.

Strandspaziergang auf Borkum © Thomas Sbikowski

Unberührte Natur erwartet Wanderer ganz im Osten der Insel inmitten des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Mit dem Rad geht es vorbei am Inselflughafen und dem Tüskendörsee zum Fahrradparkplatz an den Sternklippen.

Mit dem Ranger durch den Nationalpark

Hier wartet bereits Ranger Sebastian Keller auf seine Gäste, holt sein Fernglas aus der Radtasche und spaziert voran durch die grüne Dünenlandschaft. Fasane und Kiebitze rufen, unzählige Kaninchen sausen über den Wanderpfad. „Hier im Schutzgebiet leben strandbrütende Vögel wie der Sandregenpfeifer“, erklärt Sebastian Keller. „Außerdem sieht man Löffler, Brandgänse und Austernfischer.“

Unterwegs mit dem Ranger © Thomas Sbikowski

Am Wegesrand blühen Strandnelken und Orchideen, überall duftet es nach Dünenrosen und Weißdorn. „Auf den Salzwiesen gedeihen nur angepasste Pflanzen“, weiß der Ranger. „In den Dünen sind die Bedingungen besonders schwierig, hier hält der Strandhafer als Pionierpflanze den Sand fest.“ Bereits nach wenigen Minuten ist der Alltag vergessen. Die Wanderer halten Ausschau nach Vögeln, entdecken Spuren im Sand und lauschen dem Ruf des Kuckucks. Gute drei Stunden brauchen Ausflügler für den Rundweg, der am breiten Sandstrand entlang zurück zum Fahrradparkplatz führt.

Rendezvous mit dem Wattwurm

Eine ganz andere Welt zeigt sich mit dem Wattenmeer im Süden Borkums. Spannende und humorvolle Einblicke verspricht eine Tour mit Albertus Ackermann, der für seine Gäste seit über 30 Jahren nach Wattwürmern sucht. „Jeder gräbt jetzt drei Herzmuscheln aus“, fordert er seine Gruppe auf. „Sucht euch dann eine klare Pfütze und legt sie ins Wasser.“

Wattwanderung bei jedem Wetter © Thomas Sbikowski

Schon nach kurzer Zeit bewegen sich die Muscheln und buddeln sich im Sand ein. „Im Boden sind sie sicher vor Austernfischern und anderen Feinden“, erklärt der Wattführer und zieht vorsichtig einen Wattwurm, der eigentlich Sandpierwurm heißt, aus dem Boden. Der Guide zeigt Miesmuscheln und Austern, lässt Gäste auf Strandbeifuß, also Wermut, kauen und bis zu den Knien im Schlick einsinken. Und schon nach zwei Stunden ist allen klar, wie einzigartig und schutzbedürftig der Lebensraum Wattenmeer mit seinen Abermillionen an Tieren ist.

Im Galopp am Strand entlang

Ein besonderes Erlebnis für Reiter ist ein Ausritt an Borkums kilometerlangen Ständen. Nach einer erfolgreich absolvierten Unterrichtsstunde beim Reitstall Borkum geht es mit Andrea Rieger über schmale Pfade durch die Dünen hinauf bis zum Café Sturmeck.

Ausritt am Strand © Thomas Sbikowski

Dann liegen die scheinbar unendlichen Weiten des Nordstrands vor den Reitern. Die Gruppe trabt zum Meer hinüber und wendet sich dann gen Osten. Hoch spritzt das Wasser auf, als Pferd und Reiter mit sichtlicher Freude durch die Brandung galoppieren. Zwei barfüßige Spaziergänger winken ihnen fröhlich zu und setzen dann ihre Wanderung auf dem Klimatherapieweg am Wasser fort. Tief atmen sie die salzhaltige Luft ein, biegen schließlich zur Promenade ab und spazieren im Abendrot zurück zum Musikpavillon.

Informationen über Borkum

Nähere Informationen gibt es bei der Tourist-Information Borkum am Georg-Schütte-Platz 5 oder Online unter www.borkum.de

Offenlegung: Der Artikel entstand im Rahmen einer Recherchereise, die von Borkum-Tourismus unterstützt wurde. Die Meinung der Autoren wurde nicht beeinflusst.