Herbstzeit ist Lesezeit – Neue Buch-Tipps aus der Redaktion

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Ob vor dem warmen Kamin oder auf dem gemütlichen Lesesessel – eigentlich ist doch immer Zeit für ein gutes Buch. Wir stellen interessante Neuerscheinungen vor und reisen dazu gedanklich nach Ostfriesland, ins Burgund, nach Lissabon, Juist und Niederbayern.

Dieses Mal geht es um „Rupert Undercover“, „Der Duft von weißem Burgunder“, „Die Weinprobe von Lissabon“, „Nordseedämmerung“ und „Guglhupfgeschwader“.


Rupert bekommt seine eigene Serie: „Rupert Undercover“

Der erste eigene Auftrag für Ann-Katrin Klaasens Kollegen! Von Klaus-Peter Wolf erschienen in den Fischerverlagen.

© Fischerverlage

Die jährlich erscheinenden Ostfriesenkrimis des Erfolgsautors Klaus-Peter Wolf ziehen weltweit Millionen Leser in den Bann. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Ermittlerin Ann-Katrin Klaasen.

Jetzt hat ihr etwas eigenwilliger Kollege Rupert endlich seinen ersten, eigenen Fall bekommen! Schon immer wollte der selbstbewusste Kriminalbeamte zum BKA, wurde aber stets abgelehnt. In „Rupert Undercover“ bekommt er endlich die langersehnte Chance – aber nur, weil er einem Drogenboss zum Verwechseln ähnlich sieht.

Ehe er sich versieht ist er in seiner ersten Undercover-Mission unterwegs, von der nicht einmal seine Frau etwas erfahren darf. Als Drogenboss wird er in gefährliche Geschäfte verwickelt und kann sich dank seiner lockeren und selbstbewussten Art immer wieder aus kritischen Situationen herauswinden. Doch völlig auf sich allein gestellt, vermisst er auch sein altes Team! Kann er diese Herausforderung meisten?

Tipp: Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich in den Ostfriesenkrimis für die Figur Rupert begeistern können. Dazu lässt der Autor immer wieder Szenen in Ostfriesland spielen und Tipps zum „Nachreisen“ einfließen.


Ein Wein-Roman mit historischem Hintergrund: „Der Duft von weißem Burgunder“

Macht Lust auf Frankreich: Der Roman von Ann Mah ist bei Blanvalet erschienen.

© Blanvalet

Inmitten der idyllischen Landschaften des Burgund kommt die junge Sommeliers-Anwärterin Kate in einem alten Weingut einem dramatischen Geheimnis auf die Spur. Die Amerikanerin mit französischen Wurzeln kehrt auf das Weingut ihrer Familie im Burgund zurück, um sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten.

Kate hat schöne Erinnerungen an das Burgund. Hier verbrachte sie als Studentin eine aufregende Zeit und ließ ihre große Liebe Jean-Luc zurück. Es kommt, wie es kommen muss. Gleich bei Ihrer Rückkehr begegnet sie dem jungen Mann und alte Gefühle kehren zurück.

Um sich abzulenken, hilft Kate beim Aufräumen der alten Kellergewölbe des Familienweinguts und findet Hinweise auf die ihr bislang unbekannte Tante Hélène und deren dramatisches Schicksal während der deutschen Besatzungszeit. Dazu entdeckt sie einen verborgenen Kellerraum mit Weinflaschen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und das Tagebuch von Hélène. Gemeinsam mit einer ehemaligen Mitstudentin begibt sich Kate auf die Spuren ihrer Tante…

Tipp: Die unterhaltsame Familiengeschichte spielt im hübschen Burgund, das von der Autorin anschaulich beschrieben wird. Das macht gleich Lust auf eine Reise in das berühmte Weingebiet!


Noch eine Weingeschichte: „Die Weinprobe von Lissabon“

Im Wein liegt die Wahrheit – und manchmal auch der Tod. Der neue Krimi von Paul Grote ist im dtv Verlag erschienen.

© dtv

Seit der Autor seine Liebe für Wein entdeckt hat, bereist er regelmäßig europäische Weinbaugebiete und schreibt jedes Jahr einen neuen Krimi rund um die edlen Rebsäfte. Dieses Mal wird es bei einer Weinprobe in Lissabon gefährlich.

Gleich drei Deutsche treffen auf Weingütern um Lissabon aufeinander. Der Logistiker Andreas Fechter will gnadenlos Geld machen und weiß, wie man Kokain schmuggelt und Morde wie Unfälle aussehen lässt. Die Umweltingenieurin Johanna Breitenbach aus Geisenheim hingegen möchte portugiesischen Winzern zeigen, wie sie auf ihren Weingütern Energie sparen können. Und dann wäre da noch Nicolas Hollman, der sein Weingut am Rio Douro ökologisch und zukunftssicher bewirtschaftet.

Alles würde seinen Gang gehen, wären da nicht zwei Morde und ein dummer Zufall bei einer Weinprobe in Lissabon. Scheinbar geht es um Drogenschmuggel im ganz großen Sti. Breitenbach und Hollmann gehen den Dingen auf den Grund – doch der Gegner bleibt im Dunkeln.

Tipp: Neben tiefen Einblicken in die Welt des abgebrühten Gangsers Fechter bietet der Krimi auch viel Wissen über regionale Weine.


Auftakt zur neuen Tobias-Velten-Reihe: „Nordseedämmerung“

Autor Christian Kuhn lässt seinen Berliner Kriminalhauptkommissar auf Juist ermitteln – jetzt erschienen im Heyne Verlag.

© Heyne Verlag

Der Bundespräsident genießt – eigentlich inkognito – seinen Urlaub auf der ostfriesischen Insel Juist. Doch es gibt Hinweise darauf, dass ein Mörder auf ihn angesetzt wurde.

Kurzerhand wird Kriminalhauptkommissar Tobias Velten von Berlin auf die Insel entsandt, um das Sicherheitsteam vor Ort zu unterstützen.

Besonders pikant: Scheinbar gibt es einen Spitzel in den eigenen Reihen. Den muss Velten so schnell wie möglich überführen, sonst könnte sein erster Einsatz an der Nordsee tödlich enden.

Trotz vieler verschiedener Charaktere lässt sich der Krimi flüssig lesen. Der Leser nimmt die Handlung aus der Sicht des Ermittlers wahr, doch manchmal meldet sich auch der Attentäter zu Wort. So steigert sich die Spannung – insbesondere ab der zweiten Hälfte – kontinuierlich zum Ende hin.

Tipp: Das Nordsee-Krimi-Debüt überzeugt mit viel Atmosphäre und macht Lust auf einen Ausflug nach Juist.


Eberhofer feiert Dienstjubiläum: „Guglhupfgeschwader!“

Erfolgsautorin Rita Falk lässt den Provinz-Kommissar zum zehnten Mal ermitteln – erschienen bei dtv.

© dtv

Eigentlich will der Kommissar Eberhofer sein zehnjähriges Dienstjubiläum feiern, doch dann taucht eines Abends der Lotto-Otto vom einzigen Kiosk im Ort auf und bittet um Hilfe. Er hat Spielschulden bei brutalen Geldeintreibern und musste schon zwei Finger einbüßen. Jetzt wird auch noch seine Mutter bedroht.

Offiziell traut sich der Lotto-Otto nicht zur Polizei und bittet den Eberhofer privat um Hilfe. Noch während er seine Geschichte erzählt, fliegt ein Ziegestein durch das Fenster.

Gemeinsam mit seinem Ex-Kollegen – dem Birkenberger Rudi – nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf. Als der Kiosk mit einem Molotowcocktail in Brand gesetzt wird, haben es der Provinzkommissar und Rudi mit Mord zu tun!

Tipp: Der zehnte Fall rund um den berühmten Ermittler Eberhofer ist absolut lesenswert und wartet wieder mit amüsanten Episoden auf.


Serienkiller unterwegs: „Der Teufel von Mallorca“

Christina Grubers neuer Krimi ist höllisch spannend – erschienen im emons Verlag.

© emons Verlag

Nach ihrem ersten Auftritt in „Mandelblütenmord“ hat das kunterbunte Ermittlertrio bestehend aus Inspektor Héctor Ballester, der Seniorin Johanna Miebach und ihre 21-jährige Enkelin GEmma einen neuen Fall!

Dieses Mal versetzt ein Mörder die beliebte Urlaubsinsel Mallorca in Angst und Schrecken, denn der Killer hat es auf junge Touristinnen abgesehen. Die jungen Frauen werden aus Discotheken verschleppt und grausam getötet.

Da der Serientäter jederzeit wieder zuschlagen kann, ermittelt das ungleiche Trio unter Hochdruck. Warum ändert der Täter sein Muster? Handelt es sich eventuell sogar zwei Mörder? Dazu müssen die Ermittler auch die Demonstranten auf der Insel im Auge behalten, die in schwarzer Kleidung und mit Tiermasken gegen den Massentourismus auf die Straße gehen. Das endet schließlich in einem Blutbad…

Tipp: Die gut konstruierte Krimihandlung sorgt für Spannung bis zur letzten Seite. Dazu bringt das Buch viele schöne Erinnerungen an Mallorca zurück – auch wenn wir Leser uns in Corona-Zeiten kaum mehr an Massentourismus erinnern können.


Hinweis: Die Bücher wurden von den Verlagen bereitgestellt. Auf die Meinung der Autoren hatte dies keinen Einfluss.