Heilbronn, 12.03.2026 (lifePR) – .
Musikalische Leitung: Heiko Lippmann
Regie: Thomas Winter
Ausstattung: Sebastian Ellrich
Choreografie: Lidia Melnikova
Video: Konrad Kästner
Licht: Niko Bock
Dramaturgie: Christine Härter
Stellvertretende musikalische Leitung: Florian Kießling
Newton: Nikolaj Alexander Brucker
Valentine: Oliver Firit
Mädchen: Cosima Fischlein
Elly: Juliane Schwabe
Teenage Girl 1: Janice Rudelsberger
Teenage Girl 2: Lisanne Hirzel
Teenage Girl 3: Larissa P. Hartmann
Zach: Pablo Guaneme Pinilla
Ben: Lennart Olafsson
Michael: Stefan Eichberg
Maemi/Japanerin: Juliette Lapouthe
Piano/Keyboard 1: Heiko Lippmann/Florian Kießling
Keyboard 2: Markus Herzer
Gitarre 1: Steffen Münster/Eugen Aniskewitz
Gitarre 2: Werner Acker
Bass: Sebastian Schiller
Drums: Christoph Sabadinowitsch
Reed (Saxophon): Dirk Rumig
Posaune: Ulrich Röser/Florian Seeger
»Lazarus« ist David Bowies Vermächtnis
Musical kommt im Theater Heilbronn auf die Große Bühne
»Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …«
Schaut hier hoch, ich bin im Himmel. Ich habe Narben, die nicht zu sehen sind … Es sind die ersten Liedzeilen aus von David Bowies »Lazarus«, dem titelgebenden Eröffnungssong seines gleichnamigen Musicals. Markante Zeilen. Prophetische Zeilen.
Niemand ahnte, dass die Uraufführung des Musicals am 7. Dezember 2015 in New York Bowies letzter öffentlicher Auftritt sein würde. Seine schwere Erkrankung hielt er zu diesem Zeitpunkt geheim. Der Ausnahmekünstler Bowie war an jenem Abend glücklich, sein gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh geschriebenes Musical auf der Bühne zu sehen. Es war ein langgehegter Traum.
Das Publikum fühlte sich von dieser wilden und exzentrischen Musiktheatercollage in den Bann gezogen und feierte den Abend frenetisch. Dass sich Bowie mit diesem Abend für immer von der Weltöffentlichkeit verabschiedete, steigerte die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses im Nachhinein ins Unermessliche. Fortan galt »Lazarus« als sein Vermächtnis.
Seither wurde das Musical viele Male inszeniert. Nun kommt es auch in Heilbronn auf die große Bühne. Die Inszenierung von Thomas Winter hat am 14. März 2026 Premiere, die musikalische Leitung hat Heiko Lippmann inne. Die Hauptrolle übernimmt der Schauspieler, Sänger und Tänzer Nikolaj Alexander Brucker.
Lebensprojekt von David Bowie
Seit David Bowie 1976 die Hauptrolle in dem Film »The Man Who Fell to Earth« gespielt hat, beschäftigte ihn der Stoff: Der Außerirdische Thomas Jerome Newton kommt zur Erde, um Wasser für seinen ausgedörrten Planeten zu besorgen und gründet ein High-Tech-Milliardenunternehmen, um ein Rückkehr-Raumschiff bauen zu können. Doch Newton verfällt der Geschäfts- und Konsumwelt mit all ihren Tücken, verliebt sich in die Erdenfrau Mary-Lou und verliert sein Ziel aus den Augen. Zynisch und desillusioniert endet Newton als ein Erdbewohner unter vielen. Aber er kann nicht altern, nicht sterben und hat vollkommen seine Wurzeln verloren.
An dieser Stelle stricken Bowie und Walsh die Geschichte weiter. Newton lebt unter uns, verbringt seine Tage vor dem Fernseher und trinkt Gin. Er wird von den Dämonen seiner Vergangenheit gequält, die er im Alkohol zu ertränken versucht und trauert seiner verlorenen Liebe Mary-Lou nach. Seine Unsterblichkeit peinigt ihn, und er sehnt sich nach Erlösung. Als ein junges Mädchen, eine verlorene Seele wie er, in sein Leben tritt, schöpft Newton Hoffnung: Könnte sie ihm dabei helfen, seine lang ersehnte Reise anzutreten?
Bewusstsein, das auseinanderbricht
Die Geschichte ist äußerst vielschichtig. Eine eindeutige Interpretation gibt es nicht. Passiert alles nur in Newtons Kopf? Das Team um Regisseur Thomas Winter lässt sich von Enda Walshs Gedanken zu diesem Musical leiten: »Wir erzählen eine Geschichte über ein Bewusstsein, das auseinanderbricht«. Es könnte eine Meditation über das Thema Tod sein, aber auch eine Auseinandersetzung mit den Themen Fremdsein und sich nirgends zugehörig fühlen, sich eben wie ein Außerirdischer unter den Menschen bewegen. Bowie selbst hat sinngemäß gesagt: Kunst, die eindeutig ist, interessiert mich nicht. In diesem Sinne möchte das Lazarus-Team einen mitreißenden Abend auf die Bühne bringen, der so schillernd und vielschichtig ist wie sein Schöpfer.
Welthits
Im Zentrum steht natürlich die Musik: »Lazarus« versammelt Bowies Welthits wie »Absolute Beginners«, »Heroes« oder »This Is Not America«. Und es enthält vier neue Stücke, die extra für dieses Musical geschrieben wurden, unter anderem den titelgebenden Song »Lazarus« ̶ insgesamt bestimmen 17 großartige Bowie-Lieder den Soundtrack.
Unsterblich
Gut einen Monat nach der Uraufführung von »Lazarus« starb Bowie am 10. Januar 2016. Im Nachhinein wird in dieser Geschichte des zum ewigen Dasein verdammten Mannes, der sich ins Jenseits sehnt, als sein musikalisches Testament gesehen. Ein Werk, das zwischen Traum und Wirklichkeit changiert und über die Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins philosophiert. Und über den Tod, der zum Leben dazu gehört. Der biblische Lazarus gilt als Symbol der Wiederauferstehung. David Bowie hat sich mit seiner Musik ohnehin unsterblich gemacht.