Bautzen, 13.03.2026 (lifePR) – Die Oberlausitz blickt auf ein vielseitiges Veranstaltungsjahr 2026: Zwischen spirituellen Traditionen, international besetzten Festivals, sportlichen Herausforderungen und kulinarischen Erlebnissen erwartet Gäste wie Einheimische ein facettenreicher Jahreskalender. Von Görlitz über das Zittauer Gebirge bis ins Neißeland zeigen zahlreiche Höhepunkte die kulturelle und landschaftliche Vielfalt der Region.

Frühjahr: Geschichte, Identität und Bewegung

Den Auftakt in einen ereignisreichen Frühling bildet der Tag der offenen Töpferei am 14. und 15. März. Bundesweit öffnen dabei über 500 Keramikwerkstätten ihre Türen. Auch zahlreiche Betriebe in der Oberlausitz beteiligen sich an der Aktion, so unter anderem die Töpferei Ines Herack in Horka, Hendrik Schöne Keramik in Zittau oder Heinke-Keramik in Neukirch. Besucher erhalten Einblicke in handwerkliche Arbeitsprozesse und können die Vielfalt zeitgenössischer Keramikkunst entdecken. Einen weiteren Höhepunkt bildet am 29. März der Tag der Via Sacra. Am Palmsonntag öffnen sakrale Orte entlang der Pilgerroute ihre Türen und machen religiöse und kulturelle Kostbarkeiten der Region erlebbar.

Vom 21. bis 26. April wird das 13. Sächsische Theatertreffen in Görlitz und Zittau zum kulturellen Mittelpunkt Sachsens. Ensembles aus dem gesamten Freistaat präsentieren aktuelle Produktionen und zeigen die Vielfalt der sächsischen Theaterlandschaft.  Sportlich wird es am 25. und 26. April beim traditionsreichen Zittauer Gebirgslauf & Wandertreff, der seit Jahrzehnten Lauf- und Wanderbegeisterte in die markante Mittelgebirgslandschaft lockt. „Ob ambitionierter Läufer oder Genuss-Sportler – beim Zittauer Gebirgslauf spürt man, wie gut Bewegung und Natur zusammenpassen“, sagt Nadine Grollmisch vom Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge GmbH.  „Hier läuft man nicht einfach Kilometer sondern sammelt Ausblicke, Emotionen und unvergessliche Momente.“ 

Auch Radbegeisterte kommen im Frühjahr auf ihre Kosten. Am 30. Mai findet die traditionelle Sternradfahrt statt, die größte Radveranstaltung in Ostsachsen. In diesem Jahr führt sie nach Mühlrose/Miłoraz in der Gemeinde Schleife. Zehn Touren verlaufen sternförmig aus verschiedenen Orten der Region zum gemeinsamen Zielort, an dem die Teilnehmenden zusammenkommen und den Radtag gemeinsam ausklingen lassen.

Ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal steht am 31. Mai 2026 im Mittelpunkt: Beim Tag des Umgebindehauses öffnen private Eigentümer ihre Türen und geben Einblicke in eine nahezu einzigartige Bauweise. Typisch dafür sind die markanten geschwungenen Holzbögen und die äußere Stützkonstruktion, die das Obergeschoss trägt und die Blockstube im Erdgeschoss umschließt.

Diese Mischbauweise aus Holz- und Massivbau ist besonders häufig im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien beziehungsweise in der südlichen Oberlausitz und im Zittauer Gebirge zu finden. „Jedes Haus ist ein Unikat mit eigener Geschichte. Wer regionale Baukunst hautnah kennenlernen möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen“, ergänzt Nadine Grollmisch.

Sommer: Jubiläen, Festivals und internationale Strahlkraft

Im Sommer rücken große Kulturereignisse und besondere Jubiläen in den Fokus. Ein Geburtstag prägt das Kulturjahr in Görlitz: Der Schönhof am Untermarkt, Sitz des Schlesischen Museums, feiert 2026 sein 500-jähriges Bestehen. Als eines der bedeutendsten Renaissancegebäude nördlich der Alpen gilt der Schönhof als architektonisches Kleinod und historischer Erinnerungsort zugleich. „Über Jahrhunderte hinweg war er Schauplatz von Handel, Wandel und gesellschaftlichem Leben“, sagt Franziska Glaubitz von der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH. Unter anderem waren eine Jugendherberge oder ein Gasthof im Gebäude untergebracht. Persönliche Geschichten der Görlitzer dazu sind Teil der Ausstellung „Wir sind Schönhof“, die ab 31. Mai im Haus zu sehen ist.

2026 feiert auch die Görlitzer Parkeisenbahn ihr 50-jähriges Bestehen. Seit 1976 begeistert sie Kinder, Familien und Eisenbahnfreunde und ist heute ein lebendiges Denkmal für Technikgeschichte und ehrenamtliches Engagement. Vom 1. bis 7. Juni lädt sie unter dem Motto „Grenzenlos feiern – 50 Jahre für Kinder, Jugend und Eisenbahn“ zu einem Sommerfest ein. Eine limitierte Gedenkmünze erinnert an das Jubiläum.

Ein besonderes Jubiläum begeht in diesem Jahr außerdem das Straßentheaterfestival ViaThea in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Vom 2. bis 4. Juli lädt die nunmehr 30. Ausgabe zu einer Reise durch die Welt des Straßentheaters ein. „Seit seiner Gründung hat sich das Festival zu einem der bedeutendsten Formate der Freien darstellenden Künste in Europa entwickelt“, erklärt Franziska Glaubitz. Internationale und regionale Künstler verwandeln dabei Straßen und Plätze der Europastadt in offene Bühnen. „Das Festival lebt vom Zusammenspiel von Kunstschaffenden mit dem Publikum sowie zahlreichen Partnern und Helfenden vor und hinter den Kulissen.“

Musikalisch wird es beim 10. Internationalen Dudelsackfestival Schleife (19.–21. Juni), das Musiker aus verschiedenen Ländern zusammenführt. Technik- und Nostalgiefans kommen beim Historik Mobil & Lückendorfer Bergrennen (7.–9. August) im Zittauer Gebirge auf ihre Kosten. Ein besonderer Höhepunkt ist das Lausitz Festival, das am 25. August startet. Das europäische Kunstfestival bringt Musik, Theater, Tanz, Literatur und Ausstellungen an außergewöhnliche Spielorte in der gesamten Region und unterstreicht die kulturelle Strahlkraft der Lausitz weit über die Landesgrenzen hinaus.

Herbst und Winter: Regionalität, Genuss und Atmosphäre

Ab Mitte September laden die Lausitzer Fischwochen zu kulinarischen Entdeckungen ein. Regionale Gastronomen und Produzenten stellen die traditionsreiche Teichwirtschaft in den Mittelpunkt und präsentieren saisonale Spezialitäten aus heimischer Produktion. Der Tag des offenen Denkmals am 13. September eröffnet Einblicke in historische Bauwerke, während das Bautzener Altstadtfestival „Wasser, Kunst, Licht“ Geschichte vom 28. bis 30. August atmosphärisch inszeniert.

Im Herbst prägen zahlreiche Märkte und Feste die Region. Im Neißeland etwa laden Natur- und Fischerfeste sowie Herbstmärkte zum Entdecken saisonaler Produkte, regionaler Erzeugnisse und Mitmachangeboten ein. In Schleife verbindet der Herbstmarkt mit Apfelsortenschau am 4. Oktober Wissensvermittlung, Tradition und Genuss. Auch im Biosphärenreservat in Wartha steht mit dem Deutsch-Sorbischen Herbstmarkt am 12. September regionales Handwerk und sorbische Kultur im Mittelpunkt. „Diese Märkte stehen für eine gelebte Regionalität, nachhaltige Produktion und ermöglichen gleichzeitig Begegnungen zwischen Gästen und Einheimischen“, formuliert es Saskia Beug von der TGG Neißeland.

In der Adventszeit zeigt sich die Oberlausitz von ihrer besonders stimmungsvollen Seite. Der traditionsreiche Bautzener Wenzelsmarkt – einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands – lädt vom 27. November bis 22. Dezember in die historische Altstadt ein. Der Schlesische Christkindelmarkt zu Görlitz ist einer der schönsten in Sachsen. Er findet vom 4. bis 20. Dezember in der historischen Altstadt statt und bietet ein stimmungsvolles Markterlebnis mit regionalem Handwerk, kulinarischen Spezialitäten und vielfältigem Familienprogramm. In Herrnhut entsteht am 28. November rund um die berühmten Sterne ein atmosphärischer Weihnachtsmarkt mit über 100 Händlern und Kunsthandwerkern. Auch der Zittauer Weihnachtsmarkt mit Lichterfest Anfang Dezember verbindet Handwerk, Bühnenprogramm und vorweihnachtliche Stimmung. Am 25. Dezember findet auf dem Oybin die traditionelle Kaiserweihnacht statt: Kaiser Karl IV. zieht mit seinem Gefolge zur Weihnacht auf den Oybin und sorgt vor historischer Kulisse für besondere Atmosphäre. Ergänzt wird das weihnachtliche Programm in der Oberlausitz durch Adventsmärkte im Kloster St. Marienstern, Weihnachtsmärkte in Niesky oder Rothenburg.

Einen Tipp für einen besonderen Ausflug in der Adventszeit hat Saskia Beug. „Der reguläre Fahrbetrieb der Waldeisenbahn Bad Muskau ruht eigentlich im Winter, aber die traditionellen Weihnachtsmannfahrten sind beliebte Sonderfahrten in der Adventszeit“, erzählt sie. Diese finden in diesem Jahr am 5. und 6. sowie am 12. und 13. Dezember statt. Zeitgleich mit dem Romantischen Weihnachtsmarkt in Weißwasser gehen an beiden Adventswochenenden jeweils vier Dampfzüge vom Bahnhof Weißwasser Teichstraße auf die Strecke in Richtung Kromlau und Bad Muskau. Die Fahrten um 10.00, 11.30, 13.00 und 14.30 Uhr sind besonders bei Familien beliebt und verbinden nostalgisches Eisenbahnerlebnis mit vorweihnachtlicher Atmosphäre.