Genießen statt reisen – Weine aus Kalifornien

Brigitte Bonder

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Ob Golden Gate Bridge, Hollywood oder Yosemite Nationalpark – Kalifornien wartet mit einer beeindruckenden Vielzahl an Sehenswürdigkeiten auf. Bei einem guten Glas Chardonnay oder Zinfandel können wir immerhin vom Westküstenstaat der USA träumen.


Vielfältige Landschaften an der US-Westküste

Kalifornien ist für viele das Traumziel schlechthin. Da gibt es wilde Küstenlandschaften, beeindruckende Wüsten, ausgedehnte Sandstrände und mit San Francisco und Los Angeles zwei der spannendsten Metropolen der Welt. Der drittgrößte US-Bundesstaat fasziniert mit dem höchsten Berg der USA außerhalb Alaskas – dem 4.421 m hohen Mount Whitney – und dem tiefsten Punkt des ganzen Staates – der Death Valley Depression ganze 86 Meter unter dem Meeresspiegel und zeigt damit die Bandbreite der beeindruckenden Landschaften.

Strandleben in Kalifornien © Brigitte Bonder

Von den nebligen Mammutbaumwäldern an der Nordküste über das mächtige Hochgebirge der Sierra Nevada bis zu den bizarren Wüstenformationen im Süden hat jede der 12 Regionen Kaliforniens ihren ganz eigenen Charakter.

Genuss im Napa Valley

Weinfreunden schlägt das Herz beim Gedanken an das Napa Valley höher. Die Region liegt etwa eine Stunde von San Francisco entfernt und gilt als Inbegriff des kalifornischen Weins. Ins internationale Rampenlicht rückte das Tal im Jahre 1976, als ein Chardonnay von Chateau Montelena aus Calistoga bei einer Blindverkostung in Paris neun andere Chardonnays auf die Plätze verdrängte – darunter namhafte französische Abfüllungen.

Chardonnay aus Napa Valley daheim genießen © Brigitte Bonder

Heute lockt die Region mit großen Anwesen, stylischen Probierstuben und eleganten Unterkünften. Eine schöne Tour durch die Weinberge führt entlang des historischen Silverado Trail, der über rund 50 Kilometer von Napa nach Calistoga verläuft. Gleich zu Beginn der Tour lohnt die Black Stallion Winery in Napa einen Abstecher. Das Anwesen beheimatete einst das Silverado Reitzentrum, heute gedeihen hier Chardonnay-, Cabernet Sauvignon- oder Zinfandel-Trauben. Für nahtlose und harmonische Weine sorgt Winzer Ralf Holdenried aus Rheinhessen. Tipp der Redaktion: Unbedingt den „Napa Valley Chardonnay“ verkosten.

Napa Valley ist eines der sogenannten AVAs, also American Viticultural Areas. Dabei handelt es sich um staatlich anerkannte Weinbauregionen. Um einen Wein mit einer AVA kennzeichnen zu dürfen, müssen mindestens 85 Prozent der verwendeten Trauben aus dem genannten Gebiet stammen. Darüber hinaus teilt sich das Napa Valley in 16 Unterregionen, die teilweise über ein ganz eigenes Mikroklima und ihre eigenen, charakteristischen Trauben verfügen.

Die großen Weinregionen Kaliforniens

Der Westküstenstaat lässt sich in sechs kalifornische Weinregionen teilen: North Coast, Central Coast, Sierra Foothills, Inland Valleys, Southern California und Far North California.

Die AVA-Weinregion „Napa Valley“ beispielsweise gehört zur North Coast. Reizvolle Hügellandschaften und Mammutbäume zeichnen die nördliche Küste des Bundesstaats aus, hier in der kühlsten Gegend Kaliforniens sind mehr als die Hälfte der Weingüter beheimatet.

Herbstzeit ist Rotweinzeit © Brigitte Bonder

Ein weiteres AVA-Gebiet ist „Los Caneros“ – das bedeutet auf spanisch „Schafe“. Überall auf den sanften Hügeln grasen die Tiere teils zwischen den Weinreben und bekämpfen das Unkraut auf natürliche Weise. Einen Ausflug lohnt das Weingut „Cline“ in Sonoma. Fred Cline gründete Cline Family Cellars 1982 in Oakley und machte seine ersten Jahrgänge aus Originalpflanzungen von Mourvedre, Zinfandel und Carignane, von denen einige aus den 1880er Jahren stammen. Ende der 1980er Jahre kaufte er eine 350 Hektar große Pferdefarm in Carneros und verlegte sein Weingut nach Sonoma County. Tipp der Redaktion: Der Big Break Vineyard Zinfandel.

Weinprobe in Kalifornien © Brigitte Bonder

An die North Coast schließt sich das Weingebiet Central Coast an, die sich von der Golden Gate Bridge rund 500 Kilometer gen Süden erstreckt. Zu den bekanntesten Weingebieten zählt Paso Robles. Hier wird das Klima milder und das sorgt im Hinblick auf Weinbau für Vielfalt. Die Reben der Region zählen dabei zu den ältesten im Staat, denn sie wurden teilweise von Franziskanermönchen angepflanzt, die Ende 1700 auf dem El Camino Real nordwärts zogen.

Hinauf in die Berge

Ganz im Süden lacht die Sonne nicht nur auf filmreife Strände und Surfer, sondern auch auf die Reben im Hinterland. Hier verstecken sich die Weingüter in der sanften Hügellandschaft und auch der höchstgelegene Weinberg Kaliforniens befindet sich hier: Bei San Diego wächst Cabernet Sauvignon auf 1.300 Metern Höhe!

Weit entfernt von der Küste gedeihen die Trauben auch in den Sierra Foothills ganz in der Nähe des Yosemite-Nationalparks und dem berühmten Lake Tahoe. Die Gegend war einst der Mittelpunkt des Kalifornischen Goldrauschs und zog Tausende von Einwanderern an. Sie suchten ihr Glück in den Minen und ließen ihre Reben zurück.

Yosemite National Park © Brigitte Bonder

Weiter nördlich gelten die Inland Valleys als Geheimtipp bei Weinliebhabern. Doch Trauben sind nicht alles, was hier gedeiht. Rund um Lodi, Sacramento und San Joaquim Valley bauen Landwirte Mandeln, Aprikosen, Tomaten, Baumwolle und Spargel an und produzieren rund acht Prozent des landwirtschaftlichen Ertrags der Vereinigten Staaten. Noch beschaulicher geht es in der Region Far North California zu. Davon zeugen Künstlerkolonien, Bauernhöfe und einsame Weingüter.

Kalifornien zuhause genießen

Aktuell ist Reisen kaum möglich. Aber bei einem Glas kalifornischem Wein lässt es sich vom Golden State gut träumen. Eine gute Wahl ist der Chardonnay. Klassisch aus dem Burgund stammend, ist er auf der ganzen Welt zu Hause und zählt in Kalifornien zu den meistangebauten Rebsorten. Dementsprechend hat der Chardonnay einen enorm hohen Stellenwert für die Weingüter und Winzer über alle kalifornischen Anbaugebiete hinweg.

Chardonnay ist gefragt © Brigitte Bonder

Chardonnay gehört für viele kalifornische Winzer weiterhin ins Holz, steht dabei aber nicht mehr im Vordergrund, sondern dient gekonnt als Stilmittel zur Stabilisierung und für ein komplexeres Mundgefühl mit gewissem Schmelz. Da der Trend zunehmend zu harmonischeren und milderen Chardonnays geht, arbeiten viele Winzer mit kürzerem Fassausbau und größeren Fässern. Teilweise verzichten Winzer auch ganz auf den Ausbau im Holz und rücken so Frucht und Frische in den Vordergrund.

Im Herbst und Winter kommt bei vielen Weingenießern eher Rotwein ins Glas. Als Allrounder gilt Zinfandel, der mit seinen fruchtigen und würzigen Aromen auch als idealer Essensbegleiter daherkommt. Zinfandel ist die am dritthäufigsten angebaute Rebsorte Kaliforniens und gilt als Aushängeschild für die Weine des Küstenstaats. Die aus Österreich importierte Rebsorte wird oftmals mit dem italienischen Primitivo gleichgesetzt. Zwar sind die Sorten genetische Zwillinge, doch hat der Zinfandel eine eigene kalifornische Varietät. Eine absolute Besonderheit des Zinfandels ist, dass es noch extrem viele alte Rebstöcke gibt, die nicht selten mehr als 100 Jahre alt sind.

Selbst wenn sich die Zinfandel aufgrund ihrer unterschiedlichen Anbaugebiete stark unterscheiden können, haben sie eines gemeinsam: das typisch würzige Aroma mit Noten von Nelken, Pfeffer und Zimt. Diese machen ihn zu einem harmonischen Begleiter von klassischen Gerichten, die gerade in den Wintermonaten herrlich von innen wärmen.

Informationen über kalifornische Weine

Weitere Details über kalifornische Winzer, Anbauregionen, Weine und passende Speisen gibt es unter California Wines.

Kalifornische Weine sind in Deutschland unter anderem hier erhältlich:

Weine vom Weingut Cline z.B. über California Wines Margot Schmitt.

Weine von Black Stallion z.B. bei Weinbaule.

Union Sacré Weine z.B. über Apell Weine.

Hinweis: Der Artikel wurde von California Wines unterstützt. Die Meinung der Autoren hat dies nicht beeinflusst.