Wohnmobil-Abenteuer an der Ostsee

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Beim Camping-Urlaub lassen sich Abstands- und Hygieneregeln gut einhalten – insbesondere wenn man mit einem autarken Reisemobil unterwegs ist. Unsere Autorin hat die beliebte Urlaubsform einmal ausprobiert und war eine Woche an der Ostsee unterwegs. Auf ihrem Reiseplan standen Rügen, Usedom und Fischland-Darß-Zingst, außerdem berichtet sie von den Herausforderungen im Umgang mit dem Wohnmobil.

Stellplatz direkt am Meer

Leises Meeresrauschen dringt durch das offene Fenster, ein lauer Wind lässt die hellen Gardinen wehen. Nebenan klappern die Kaffeebecher der Nachbarn und neugierig öffne ich das Rollo in der kleinen Küchennische.

Frühstück unter Bäumen © Thomas Sbikowski

Bei diesem strahlend blauen Himmel wird auf jeden Fall draußen gefrühstückt, beschließe ich kurzerhand. Ich schlüpfe ins Bad und radele dann zur kleinen Bäckerei am Eingang des Campingplatzes. Inzwischen hat mein Mann den Tisch gedeckt und kommt mit einer dampfenden Kaffeekanne aus dem Wohnmobil. Endlich durchdringen die ersten Sonnenstrahlen die hohen Kiefern und es ist an der Zeit, Pläne für einen sommerlichen Tag auf der Insel Usedom zu schmieden.

Auf dem naturnahen Campingplatz „Ostseeblick“ bei Trassenheide stehen Wohnwagen, Reisemobile und Zelte im lichten Nadelwald nur einen Steinwurf vom Meer entfernt. Direkt am Gelände führt der Ostseeradweg vorbei, dahinter geht es über kleine Pfade zum breiten Sandstrand.

Nur wenige Schritte zum Meer © Thomas Sbikowski

Die gute Lage ist begehrt und der Platz nahezu ausgebucht. Denn Camping erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Die Zahl der Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen stieg im Mai um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Urlaub mit Reisemobil oder Caravan steht für selbstbestimmtes und individuelles Reisen sowie Nähe zur Natur und trifft damit den Nerv der Zeit“, betont Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verband e.V. „Zudem ist man durch eigene Wohn-, Schlaf-, Koch und Sanitärmöglichkeiten weitestgehend autark.“ Das sind für viele Urlauber gute Gründe, diese Reiseform einmal auszuprobieren.

Insel-Hopping mit dem Wohnmobil

Auch wir Camping-Neulinge haben uns ein Wohnmobil geliehen und machen Insel-Hopping an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. In zehn Tagen steuern wir Usedom, Rügen sowie Fischland-Darß-Zingst an und haben uns ganz bewusst ruhige Stellplätze abseits der Urlauber-Hotspots gebucht.

Mit Rädern lässt sich die Umgebung entspannt erkunden © Thomas Sbikowski

Durch die jeweilige Region geht es mit dem Fahrrad. „Über den Ostseeradweg gelangt ihr bis zur polnischen Grenze“, empfiehlt uns die junge Dame an der Rezeption des Campingplatz „Ostseeblick“ auf Usedom. „Die Tour ist wegen der Steigungen aber anstrengender als gedacht, daher fahren viele Gäste mit der Bahn zurück.“

Aktiv unterwegs im Camping-Urlaub

Gute 30 Kilometer folgen wir der Steilküste, genießen die weiten Blicke über die Ostsee und steigen dann im Kaiserbad Ahlbeck in den Zug. Am nächsten Tag strampeln sie gegen den Wind nach Peenemünde. Wo einst Raketenforschung betrieben wurde, locken heute interessante Museen in einem U-Boot und im alten Kraftwerk.

Ruhige Strände gibt es ganz im Süden Rügens © Thomas Sbikowski

Auch Rügen und Zingst lassen sich gut per Rad oder zu Fuß erkunden. Im Südosten Rügens in der Region Mönchgut lohnen sich Ausflüge zur Steilküste am Lobber Ort, ins historische Dorf Middelhagen und zum Surf-Strand nach Thiessow. Auf Zingst locken der weiße Weststrand am Darßer Ort, die vogelreiche Boddenlandschaft im Süden und gute Fischrestaurants in den Häfen.

Erste Camping-Erfahrungen

Mit dem sieben Meter langen Wohnmobil kommen wir gut zurecht. Das Fahrzeug lässt sich dank Tempomat und Rückfahrkamera sicher und komfortabel steuern, doch immer wieder stehen wir vor neuen Herausforderungen.

Ein rotes Lämpchen über der Eingangstür signalisiert einen vollen Abwassertank, regelmäßig ist auch die Konsole unter dem Bad zu leeren. Auf dem waldreichen Platz in Trassenheide müssen wir bei der Ankunft eine leichte Schräglage mit Auffahrrampen ausgleichen, dann ist auch noch der Frischwassertank leer.

Doch dank hilfsbereiter Nachbarn und einem passenden Wasserschlauch sind die Reserven direkt am Stellplatz aufgefüllt, ohne dass wir noch einmal rangieren müssen. Jetzt noch schnell die Kabeltrommel ausrollen und bei leichtem Meeresrauschen entspannen.

Infokasten: Camping zu Corona-Zeiten

Beim Camping lassen sich Abstands- und Hygieneregeln generell gut einhalten. Außerhalb des Lockdowns haben die Plätze geöffnet, es empfiehlt sich jedoch, einen Stellplatz im Voraus zu reservieren. Einige Anbieter setzen sogar eine Buchung bei der Anreise voraus.

Sanitärgebäude sind in der Regel zugänglich, dabei ist zumeist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie regelmäßige Handdesinfektion vorgeschrieben. Dazu gelten teils unterschiedliche Zutrittsbeschränkungen, so dass nur eine bestimmte Anzahl an Personen das Gebäude zeitgleich betreten darf.

Allgemeine Camping-Informationen

Einsteiger finden hilfreiche Tipps rund um das Thema Wohnmobil- und Wohnwagenurlaub auf dem unabhängigen Info-Portal des Caravaning Industrie Verbands e.V. unter www.caravaning-info.de.

Weitere Informationen zur Reiseregion gibt es beim Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. unter www.auf-nach-mv.de und beim Campingland Mecklenburg-Vorpommern unter www.bvcd-mv.de.

Hinweis: Die Tour wurde vom Caravaning-Verband, der Firma Hobby und dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Auf die Meinung der Autoren hatte dies keinen Einfluss.