Diese vier Romane und Krimis führen nach Amrum, Ostfriesland, in die winterliche Provence und in die Wälder Kanadas. Mal warmherzig, mal spannend, mal voller Geheimnisse, aber immer mit starken Schauplätzen, die Lust machen, für ein paar Stunden in eine andere Welt einzutauchen.
Ein gemütlicher Herbst auf Amrum
Mit „Der Zauber von Zimt und Inselwind“ nimmt Autorin Anne Barns ihre Leser mit auf die Nordseeinsel Amrum, wo salzige Meeresluft, lange Strände und eine überraschende Spurensuche aufeinandertreffen. Als die Protagonistin Hanna erfährt, dass ihre Großmutter einst den Kontakt zu einer engen Freundin verloren hat, macht sie sich auf den Weg an die Küste, um die Hintergründe zu erfahren. Hier begegnet sie dem lebensfrohen Koch Arian und der 84-jährigen Ida, die sie nicht nur zum Zimtschneckenbacken einlädt, sondern auch mehr über die Vergangenheit verrät.

Während Hanna nach Antworten sucht, entfaltet sich nach und nach eine bewegende Geschichte über alte Freundschaften, verpasste Chancen und die Frage, wie sehr vergangene Entscheidungen das Leben der nächsten Generation prägen können. Anne Barns verbindet dabei stimmungsvolle Inselbilder mit warmherzigen Figuren und einer Geschichte, die von Neuanfängen, Mut und familiärem Zusammenhalt erzählt.
Warum lesen: Weil dieser Roman alles vereint, was gute Wohlfühllektüre ausmacht: eine atmosphärische Kulisse, liebenswerte Charaktere, ein berührendes Familiengeheimnis und eine Prise Romantik. Anne Barns schafft es erneut, das Gefühl eines Kurzurlaubs am Meer zwischen zwei Buchdeckeln einzufangen. Dazu kommen kulinarische Momente und Rezepte im Anhang, die den Duft von Butter, Zimt und Nordseeluft noch lange nachklingen lassen.
„Der Zauber von Zimt und Inselwind“ von Anne Barns ist bei Rowohlt erschienen.
Herbstwind und Seemannsgarn an der ostfriesischen Küste
Wenn im Herbst der Wind über die Deiche pfeift und die Nordsee rauer wird, beginnt die perfekte Zeit für Geschichten von der Küste, vom Meer und von Menschen, die ihren eigenen Weg gehen.
Eine besondere Sammlung solcher Geschichten hat Klaus-Peter Wolf mit „Onkel Warfsmann und das Meer“ vorgelegt. Zum ersten Mal sind darin alle Erzählungen versammelt, die der bekannte Ostfriesenkrimi-Autor seinem Onkel Warfsmann widmet. Einem Mann, der selbst ein bewegtes Leben führte: Als ostfriesischer Seefahrer folgte er aus Liebe zu seiner Frau Mia ins Ruhrgebiet und tauschte das Meer gegen die Arbeit im Bergwerk.

Für den jungen Klaus-Peter Wolf war Onkel Warfsmann weit mehr als ein Verwandter. Er war Geschichtenerzähler, Ratgeber und Vorbild. Ob seine Erzählungen tatsächlich immer der Wahrheit entsprachen, wusste dabei niemand so genau. Seine Frau Mia nannte manches schlicht „Seemannsgarn“. Doch zwischen Seefahrer-Abenteuern, Lebensweisheiten und augenzwinkernden Geschichten steckte für Wolf etwas, das ihn bis heute begleitet: die Erkenntnis, dass Geschichten helfen können, die Welt zu verstehen. So ist dieses Buch nicht nur eine Liebeserklärung an einen außergewöhnlichen Menschen, sondern auch eine Reise in das Ostfriesland vergangener Tage. Es erzählt von Meer und Küste, von Liebe und Loyalität, von Mut, Gelassenheit und der Kunst, das Leben mit Humor zu betrachten.
Warum lesen? Weil sich „Onkel Warfsmann und das Meer“ wunderbar für lange Herbstabende eignet. Wer die ostfriesische Küste liebt, das Rauschen der Nordsee und die manchmal etwas eigensinnigen Geschichten ihrer Bewohner, wird sich hier schnell zu Hause fühlen. Und vielleicht erinnert die eine oder andere Geschichte daran, dass es oft nicht die großen Lebensweisheiten sind, die uns prägen, sondern die Geschichten der Menschen, die wir lieben.
„Onkel Warfsmann und das Meer“ ist bei den Fischerverlagen erschienen.
Winterliche Landschaften, dampfende Thermalbäder und ein Mord in der Provence
Lavendelfelder im Sonnenlicht, Dorfplätze unter Platanen und laue Abende bei einem Glas Rosé: So kennen viele Leser die Provence aus den Krimis von Sophie Bonnet. In „Provenzalische Kälte“ zeigt die Autorin die beliebte Region nun von einer ungewohnten Seite und schickt ihren Ermittler Pierre Durand erstmals mitten im Winter auf Verbrecherjagd.
Nebel liegt über der Landschaft, Raureif bedeckt die Felder, und in Sainte-Valérie kehrt nach der Hochsaison die beschauliche Ruhe ein. Doch die Idylle währt nicht lange. Eine Serie von Einbrüchen in leer stehende Ferienhäuser sorgt für Unruhe. Als die Polizei nach einem weiteren Coup die Leiche von Thomas Garcin entdeckt, nimmt der Fall eine überraschende Wendung. Garcin leitete eine Thermalklinik und trug eine nicht registrierte Waffe bei sich. Was hatte er an diesem abgelegenen Ort zu suchen und wer hatte ein Interesse an seinem Tod?

Während Pierre Durand den Hintergründen nachgeht, führen ihn seine Ermittlungen immer tiefer in ein kriminelles Netzwerk. Schon bald wird klar, dass nicht nur der Fall selbst brisant ist: Auch Menschen aus Durands persönlichem Umfeld geraten in Gefahr.
Warum lesen: Weil Sophie Bonnet ihrer erfolgreichen Provence-Krimireihe mit dem winterlichen Schauplatz eine neue Atmosphäre verleiht. Statt sommerlicher Leichtigkeit prägen Nebel, Kälte und dampfende Thermalbäder den neuen Fall. Das sorgt für einen reizvollen Kontrast und eröffnet einen ungewohnten Blick auf die Provence. Dazu kommen ein vielschichtiger Kriminalfall, französisches Lebensgefühl und mit Pierre Durand ein Ermittler, dessen persönliche Seite der Reihe zusätzliche Tiefe gibt.
„Provenzalische Kälte“ ist im Blanvalet Verlag erschienen.
Kanadas goldener Herbst und ein gut gehütetes Geheimnis
Leuchtend rote Ahornblätter und klare Herbstluft: Der Indian Summer verwandelt Kanada jedes Jahr in eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. In der fiktiven Kleinstadt Maple River erlebt Vivien Burke diese besondere Jahreszeit allerdings mit gemischten Gefühlen. Sie ist auf der Suche nach Ruhe und einem Neuanfang, doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht los. Dann begegnet sie Kyle Mitchell und plötzlich gerät ihr sorgfältig geschütztes Leben aus den Fugen.

Kyle ist charmant, hartnäckig und fest entschlossen, Vivien näherzukommen. Auch sie kann sich seiner Anziehungskraft nur schwer entziehen. Trotzdem hält sie ihn auf Abstand. Denn Vivien trägt ein Geheimnis mit sich, das ihre wachsenden Gefühle zu einer Gefahr für beide macht. Sollte ihre Vergangenheit sie einholen, könnte Kyle dafür mit seinem Leben bezahlen.
Als die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit tatsächlich Maple River erreichen, muss Vivien eine Entscheidung treffen: Wieder davonlaufen oder endlich bleiben und dem Mann vertrauen, der bereit ist, sie um jeden Preis zu beschützen?
Warum lesen: Weil „Herbstträume in Maple River“ romantische Gefühle mit einem spannenden Geheimnis verbindet. Die herbstliche Kleinstadtidylle bildet dabei einen stimmungsvollen Kontrast zu Viviens bewegter Vergangenheit und ihrer ständigen Angst, entdeckt zu werden. Wer Geschichten über Neuanfänge, große Gefühle und die Frage mag, ob Vertrauen stärker sein kann als die Angst vor dem, was war, findet hier romantische Unterhaltung mit einem Schuss Spannung.
„Herbstträume in Maple River“ ist bei den Fischerverlagen erschienen.