Norwegen lässt sich mit den weltberühmten Postschiffen ganz bequem vom Wasser aus entdecken. Zu den Highlights zählt ein Ausflug zum Nordkap.


Der Mutigste unter ihnen hält den großen Zeh ins Wasser, zuckt kurz zusammen und sprintet entschlossen mit zusammengekniffenen Lippen in das kristallklare Meer. Seine Freunde liegen ausnahmsweise in kurzen Hosen an der Copacabana und klatschen vergnügt. Die Sonne brennt an diesem späten Vormittag ungewöhnlich heiß vom Himmel und doch will keine rechte Badestimmung aufkommen. Verständlich. Denn bei sieben Grad Wassertemperatur steht nur Sonnenbaden auf dem Programm der Jugendlichen aus dem 143-Seelendorf Gjesvaer.

Traumstrand im Norden Norwegens

Auf der Insel Magerøya nördlich des 71. Breitengrades im hohen Norden Norwegens sind die Einwohner für jeden Sonnenstrahl dankbar. Und doch reisen jedes Jahr über 200.000 Urlauber in die karge Region, um das legendäre Nordkap zu besuchen.

© Thomas Sbikowski

„Wir nennen den kleinen Strand Copacabana, weil er so leuchtend weiß ist“, verrät Esther Amman. Die gebürtige Schweizerin kam als Reisende, blieb der Liebe wegen und lebt seither im winzigen Ort Gjesvaer auf Magerøya. Fast täglich begleitet sie die Ausflüge der Hurtigruten zum Nordkap.

Traditionsreiche Schiffsverbindung – Die Hurtigruten

Seit 1893 versorgen die Postschiffe die abgelegenen Orte entlang der 2.700 Kilometer langen, norwegischen Westküste mit Waren. Bis heute verkehrt ein täglicher Liniendienst zwischen Bergen und Kirkenes, in den kleinen Häfen werden Lebensmittel, Möbel oder Fahrzeuge ein- und ausgeladen.

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Auch die Fischereisiedlung Honningsvåg liegt auf der Route der kombinierten Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffe. Hier gehen heute fast alle Gäste der MS Trollfjord von Bord und fahren quer über die baumlose, arktische Insel Magerøya auf der 1956 eröffneten Straße zum Nordkap.

Von Rentieren und Stockfisch

Hinter der Copacabana liegt nur noch der Nordkap-Campingplatz und ein Rica Hotel, danach durchquert der Bus die einsame Tundrasteppe der Insel. Hin und wieder zieht eine Schar Rentiere über die weiten Ebenen. Im Frühjahr bringen die Samen aus Karaskoj nahe der Grenze zu Finnland ihre vom Winter geschwächten Rentiere mit Lastwagen und Marine-Booten nach Magerøya, im Herbst schwimmen die Tiere die knapp zwei Kilometer zum Festland zurück.

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In der zweieinhalb Monate dauernden Zeit der Mitternachtssonne zwischen Mitte Mai und Ende Juli erwacht die Region zum Leben: Im kurzen Polarsommer sprießen auf der unter Naturschutz stehenden Insel über 400 verschiedene Pflanzen. Winzige, rosarote Röschen drängen sich am Boden, die Rentiere knabbern kiloweise von der weißlichen Rentierflechte.

Die Menschen der Region leben vom Fischfang und profitieren vom warmen Golfstrom: Im Sommer kommt der Lachs, im Herbst werden Königskrabben gefangen und im Winter gibt es Kabeljau, der dann einige Monate auf großen Holzgestellen getrocknet und als Stockfisch verkauft wird. Dieser lässt sich dann auch auf dem Hurtigruten Schiff verkosten.

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Beliebtes Ausflugsziel: Das Nordkap

Am Ende der nördlichsten Straße der Welt mit Anschluss an ein internationales Straßennetz wartet das Nordkap, der nördlichste über offizielle Wege erreichbare Punkt Europas am Rande des Eismeeres. Die Europastraße 69 führt direkt auf das 307 Meter hohe Plateau zur Nordkaphalle mit Postamt und Kapelle.

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Jetzt trennen nur noch die Wellen der Barentsee die Reisenden vom 2090 km entfernten Nordpol. Seit 1978 symbolisiert eine Weltkugel auf den Klippen das Ende der Welt und ist das beliebteste Motiv für ein Beweisfoto vom Nordkap. Oft windumtost zeigt sich die Steilklippe an diesem sonnigen Tag von ihrer besten Seite: Kleine Schönwetterwölkchen lassen den blauen Eismeerhimmel leuchten, erstes Grün klammert sich am Steilfelsen fest.

Sind die Postkarten mit Nordkap-Stempel im roten Briefkasten am Ausgang der Nordkaphalle eingeworfen, geht es zurück zum Hafen von Honningsvåg. Die MS Trollfjord ist schon zum Ablegen bereit, das Horn ertönt und das Schiff nimmt Kurs auf den Wendepunkt der Hurtigruten in Kirkenes nahe der russischen Grenze.

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Oben auf Deck neun stecken die ersten Gäste bei frischem Fahrtwind mutig den großen Zeh in den Whirlpool und hüpfen hinein. Während das heiß sprudelnde Wasser die Körper wärmt, zieht ein letztes Mal die arktische Landschaft der Nordkapinsel Magerøya vorbei.

Weiterführende Informationen und Buchung

Hurtigruten GmbH
Telefon: 040 87 40 95 16
Internet: www.hurtigruten.de

Buchtipp: „Hurtigruten – Die schönste Seereise der Welt“

Sie gilt als „schönste Seereise der Welt“ – eine Fahrt mit den Schiffen der Hurtigruten-Reederei entlang der norwegischen Westküste.

Seit über 120 Jahren verkehren täglich die Postschiffe von Bergen bis Kirkenes und zurück und legen dabei in 34 Häfen an. Die Fahrt wird zu einem unvergesslichen Erlebnis aus imposanter Natur zwischen Steilfelsen und Fjorden, kombiniert mit norwegischer Gastfreundschaft.

Für große Reisevorfreude sorgt der neue Bildband „Hurtigruten“ aus dem Kunth-Verlag. Auf 270 Seiten finden Norwegen-Fans eine Fülle an traumhaften Bildern, die ganz viel Lust auf eine Hurtigruten-Reise machen. Dazu gibt es umfangreiche Informationen zu den angelaufenen Häfen, der Geschichte der Hurtigruten und dem Leben an Bord der Postschiffe.

Das Buch ist in einzelne Regionen gegliedert, die jeweils längere Streckenabschnitte der Hurtigruten-Tour umfassen. In jedem Kapitel werden die Häfen vorgestellt, dazu gibt es immer wieder kleine Exkurse über besondere Ziele, wie beispielsweise den Fischmarkt von Bergen, die Stabkirchen Norwegens oder den starken Strudel Saltstraumen. Dazu wartet der Bildband mit spannenden Informationen zu Natur-Highlights wie den Polarlichtern, den Fischen im arktischen Meer oder der Vogelvielfalt an den Felsküsten auf. Übersichtliche Karten mit den Highlights der Strecke runden das Buch ab.

Wer sich auf die „schönste Seereise der Welt“ begibt, sollte sich unbedingt die Tipps der Kategorie „So wird mein Tag…“ anschauen. Für alle großen Häfen gibt es Hinweise zum Hurtigruten-Anleger, zu den Liegezeiten sowie Empfehlungen zu Sehenswertem und Aktivitäten in den jeweiligen Städten.

Tipp: Der neue Bildband „Hurtigruten“ aus dem Kunth Verlag macht mit fantastischen Bildern ganz viel Lust auf eine Traumreise mit den Postschiffen entlang Norwegens Küste. Besonders wertvoll: Die übersichtliche Kartografie und die ausgewählten Tipps für spannende Landgänge. So gelingt die Verbindung aus Reisevorbereitung und Reisevorfreude!

Erhältlich im Buchhandel oder online bei verschiedenen Anbietern für 34,95 Euro.

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