Im Südosten Floridas liegt Broward County, das von fast 500 Kilometern Wasserwegen durchzogen wird und Fort Lauderdale den Beinamen „Venedig Amerikas“ eingebracht hat. Besonders reizvoll lässt sich Fort Lauderdale mit dem Wassertaxi erkunden, das auf den Kanälen und dem Intracoastal Waterway von der Innenstadt bis (fast) an den Strand fährt. Vorbei an Villen und Marinas eröffnet die Fahrt neue Perspektiven, begleitet von den Geschichten und Erklärungen eines lokalen Kommentators an Bord. Wir nehmen Sie mit auf eine entspannte Tour von einer Anlegestelle zur nächsten. Von Andrea Bonder
F1: Riverside Hotel + Stranahan House
Los geht es in der Innenstadt: Der Anleger befindet sich direkt am Stranahan House, dem ältesten Wohnhaus der Stadt, das heute als Museum besichtigt werden kann. Und dem pastellgrünen Hotel Riverside mit seinem 1936 Originalgebäude, dem 12stöckigen Anbau und der Poolterasse am Fluss.
Tipp: Mit dem kleinen, kostenlosen „Water Trolley“-Boot erstmal durch die moderne Hochhauskulisse der Innenstadt fahren. Die acht Stopps liegen an Parks, am Riverfront-Spazierweg und nahe dem Broward Center for the Performing Arts.

F2: Las Olas Boulevard
Vom den Anlegern F1 und F2 sind es nur 100 Meter zum Las Olas Boulevard. Die historische, baumbewachsene Flaniermeile mit breiten Gehwegen ist mehrere Blocks lang. Restaurants mit überdachten Terrassen und stylische Boutiquen wechseln sich ab mit Eisläden und Galerien.
Das Wassertaxi fährt den New River hinab, der gesäumt ist von luxuriösen Wohnhäusern mit Pools am Wasser. An einer Sandbank, an dem sich am Wochenende Privatboote tummeln, biegt es ab in den Stranahan River. Vorbei am Jachtclub geht es zum nächsten Halt.

F3: 15th Street Fisheries
Der Anleger ist direkt am legendären Fischrestaurant 15th Street Fisheries mit mehreren Terrassen, Bars und großem Innenbereich. Wer Appetit auf Muschelsuppe, gegrillten Fisch und Key-Lime-Pie hat und gerne Livemusik hört, steigt hier aus – wenn noch ein Platz frei ist. Denn das Lokal ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt – nicht wenige fahren mit dem eigenen Boot zum Essen.
F4: Convention Center + Hotel Hilton Marina
Rund 200 Meter weiter ist der Anleger unter der Klappbrücke am Hilton-Hotel. Fußläufig sind das Messezentrum und der Kreuzfahrthafen (übrigens einer der größten der Welt!). Hier kann man in das Wassertaxi in Richtung Hollywood umsteigen. Es fährt eine Stunde in Richtung Süden bis zum dortigen Margaritaville Resort.

F5: Pier 66
Auf der anderen Uferseite befindet sich der Anleger in einem schneeweißen Hotel- und Wohnkomplex mit Jachthafen namens Pier 66. In den 1950er und 60er Jahren baute der Ölkonzern Philips Petroleum die Marina und ein 17-stöckiges Hotel mit Drehrestaurant. Heute gehören zur Anlage Hunderte Luxuswohnungen, ein Dutzend Restaurants und 164 Bootsanlegeplätze, für Boots bis zu 120 Metern Länge. Weiter geht die Fahrt vorbei an megateuren Riesenvillen und leeren Grundstücken, an denen Baustellen noch größere Mansions erahnen lassen.
F6: Marina Village + Bahia Mar
Am nächsten Stopp steigen die Strandgänger aus: Einmal die Strandstraße („Seabreeze Boulevard“) überqueren und man ist am öffentlichen Strand von Fort Lauderdale. Der Stopp liegt übrigens schon in der nächsten Marina. Bahia Mar ist der Heimathafen der Internationalen Boat-Show, die seit 1959 jedes Jahr Ende Oktober bis Anfang November stattfindet – mit über 1.300 Booten und Tausend Ausstellern aus über 50 Ländern.
Ab hier geht es auf dem Intracoastal Waterway in Richtung Norden. Links reiht sich ein Seitenkanal mit Wassergrundstücken an den nächsten. Rechts verläuft hinter Hotels und Hochhäusern die Strandstraße und der kilometerlange Strand. An der International Swimming Hall of Fame ragt der höchste Sprungturm der westlichen Hemisphäre empor, mit der höchsten Plattform auf 27 Metern!
F7: Las Olas Landing
400 Meter zu Fuß ist man am Atlantikstrand und an der stets gut gefüllten Eckkneipe „Elbo Room“. Entlang der Strandstraße befinden sich viele Restaurants und eine Mall. Bei der Weiterfahrt werden die Häuser „kleiner“, das heißt die Dächer bleiben unterhalb der Palmenhöhe und die geschätzten Preise unter zehn Millionen Dollar.

F8: GalleryOne Double Tree + Galleria Mall
Der nächste Anleger ist an der Liegewiese vom DoubleTree-Hotel. Am Sunset Boulevard entlang läuft man 200 Meter zur Galleria, einer Mall mit Hundert Bekleidungsgeschäften. Über die Sunrise-Boulevard-Brücke läuft man 800 Meter zum Strand.
Abstecher-Tipp: Die meisten Aussteiger aber laufen eine Viertelstunde bis zum Bonnet House Museum & Garden. Das Bonnet House wurde 1920 von dem Künstler Frederic Clay Bartlett und seiner Frau Helen Birch errichtet. Das kunterbunte, ehemalige Wohnhaus mit Studio und palmenbewachsenem Innenhof ist mit vielen Kunstwerken dekoriert. Das 14 Hektar große Gelände mit seinen tropischen Gärten vermittelt einen Eindruck vom Leben und der Landschaft Südfloridas im frühen 20. Jahrhundert.

F9: Hugh Taylor Birch State Park
Fast zwei Kilometer fährt das Wassertaxi an einem der seltenen ursprünglichen Naturgebiete in Strandnähe entlang. Der Hugh Taylor Birch State Park ist bewaldet und 73 Hektar groß. Er ist nach einem Landbesitzer und Anwalt aus Chicago benannt, der das Areal gestiftet hat und sich für den Küstenschutz eingesetzt hat. Die Anlegestelle liegt an dem drei Kilometer langen Rundweg für Radfahrer und Skater. Es gibt Wanderwege, Picknickplätze mit Grillstellen und man kann Schildkröten und 250 Vogelarten beobachten.
Nördlich vom State Park ändert sich die Szenerie wieder: Große Villen und Baustellen wechseln sich ab. Seit den 1950ern wurde diese Gegend entwickelt, das heißt viele Kanäle gegraben mit den begehrten Wassergrundstücken. Am Oakland Boulevard liegen die letzten beiden Anleger, beide direkt an beliebten Restaurants.

F10/P1: Shooters Waterfront
Das Shooters ist seit 1982 eine bekannte Adresse für Seafood, Sushi und Cocktails. Samstags und sonntags lockt der Wochenend-Brunch mit Crab-Cakes, Sandwiches, All-you-can-eat-Buffet und „bottomless“ Mimosas (Sekt mit Orangensaft) und Bloody Marys. Beliebt sind die Plätze auf der riesigen, stylischen Außenterrasse mit Blick auf den Intracoastal.
Tipp für Umsteiger: Die Anleger F10 und 11 sind gleichzeitig die Stopps P1 und 2 des nächsten Wassertaxis in Richtung Pompano Beach. Entlang der Route auf dem Intracoastal Waterway liegen Parks, Hotels und Hotels. Der Roundtrip dauert gut zwei Stunden.
F11/P2: Bokampers
Nördlichster Punkt der Fort Lauderdale-Tour ist Bokampers Sportsbar & Grill. Auch hier ist die überdachte Außenterrasse riesig und hat Bootsanleger für Gäste. Auf der Karte stehen Dips, Salate, Burger, Sandwiches und Chicken Wings bis zu Fischgerichten. Gut gestärkt kann man mit dem nächsten Wassertaxis die Rückfahrt antreten!
Die Fort Lauderdale-Tour
Man kann seinen Ausflug an jedem beliebigen Anleger beginnen. Die Fahrtzeit von Stopp 1 bis 12 dauert mindestens 90 Minuten, an Wochenenden oder wenn mehr Betrieb ist mindestens zwei Stunden (oneway). Wer das Wassertaxi „Hop on – hop off“ nutzen möchte, sollte sich für die Fort Lauderdale Tour einen ganzen Tag Zeit nehmen. Ein Boot kommt alle 30 bis 45 Minuten. Wann das nächste Boot kommt, sieht man auf der Boot-Tracking-Seite: https://tracker.watertaxi.com.

Über das Wassertaxi Fort Lauderdale
Die gelben Wassertaxis sind Sightseeing-Boote, die täglich von 10 bis 22 Uhr fahren. Es gibt verschiedene Routen und Bootsgrößen, darunter einstöckige Boote mit Glasdach und größere zweistöckige mit Sitzen auf dem offenen Oberdeck. Tickets können online auf wassertaxi.com gekauft werden (zum Ausdrucken oder Vorzeigen am Handy) oder beim Einsteigen beim Bootsbegleiter. Tagestickets für Fort Lauderdale (inkl. Hollywood) kosten 38 Dollar (für Kinder 5-11 Jahre 18 Dollar, Kinder unter 5 Jahren kostenlos). Abendkarten ab 17 Uhr kosten 25 Dollar. Es gibt saisonale Spezialfahrten, zum Beispiel Sonnenuntergangs-Fahrten mit Musikbegleitung oder in der Weihnachtszeit Lichterfahrten.
Informationen:
1366 SE 17th Street, Fort Lauderdale, FL 33316
Telefon: 001-954-4676677
Email: info@wassertaxi.com
https://watertaxi.com